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Die "Fight Night" gibt sich seriös PDF  | Drucken |
Mittwoch, den 21. Juli 2010 um 17:17 Uhr

Harte Kämpfe statt Halbwelt-Glamour

Die «Fight Night» gibt sich seriös

Quelle: www.nz-online.de


In den 80er Jahren verfasste der Japaner Kazuyoshi Ishii das Regelwerk für K1-Kampfsport. Ziel war es, einen Rahmen zu schaffen, dass Kämpfer aus unterschiedlichen Kampfsportarten wie Boxen, Karate oder Kickboxen gegeneinander antreten können. Die Kampfdauer ist eher kurz. Die Runde geht über drei Minuten. Drei oder fünf Runden sind bei einem Kampf üblich.

Der »K1 Fight Club Nürnberg« besteht seit fünf Jahren und ist Ausrichter der periodisch stattfindenden »K1 Fight Night«. »Harte Fäuste und Champagnerlaune«, damit warben im Vorfeld die Veranstalter reichlich vollmundig. Schampus gab es für 120 Euro die Flasche. Doch Goldketten-geschmückter Halbwelt-Glamour war am vergangenen Samstag im Löwensaal etwas überraschend nicht am Start. Sichtlich gab man sich Mühe, ein internationales Flair rund um den Box-Ring zu kreieren. Sogar ein Weltmeisterschaftstitel stand bei der »K1 Fight Night« auf dem Spiel. Vor Kampfbeginn tönte die Nationalhymne aus den Lautsprechern und Nummerngirls im gewohnt knappen Bikini schwenkten die schwarz-rot-goldene Flagge.

Zwei Volltreffer mitten auf die Nase


»Eine dunkle Stelle am Kinn und ein blauer Fleck am Oberschenkel. Sonst sieht man nichts.« Die frischgebackene K1-Titelträgerin Tamara Platter beschreibt ihre am Vorabend erlittenen Blessuren. Insgesamt wenig spektakuläre Ring-Souvenirs, was doch verwundert. Denn die über fünf Runden gehende Auseinandersetzung mit der Bremerin Annika Saerbeck mutierte zum offenen Schlagabtausch. »Die Zähigkeit meiner Kontrahentin hat mich verwundert. Ich traf zweimal voll mit der Ferse ihre Nase. Es hat richtig geknackt. Da dachte ich kurz: Jetzt ist die Geschichte vorbei. Sie ist aber immer wieder zurückgekommen«, wundert sich Platter.

Am Ende votierten die Kampfrichter knapp, aber verdient für die Nürnbergerin. Vor vier Jahren kam Platter, die damals bereits im »K1 Fight Club Nürnberg« trainierte, zum Vollkontakt-Kampfsport. Nicht unbedingt zur Freude der Mutter: »Meine Mama war noch nie bei einem meiner Kämpfe. Wenn ich einen Treffer kassiere, das könnte sie nicht ertragen.«

An eine Schlägerbraut erinnert die Lokalmatadorin sicher nicht. Doch das 1,58 Meter große und nicht einmal 50 Kilo schwere Persönchen ist bekannt für seinen aggressiven, gänzlich auf Angriff ausgelegten Kampfstil. Ihren eben errungenen Weltmeistertitel muss Tamara Platter wohl bald wieder verteidigen. Wahrscheinlich heißt die Gegnerin wieder Saerbeck, denn diese forderte noch am gleichen Abend einen Rückkampf. »Da werde ich wohl im Vorfeld etwas an meiner Deckung arbeiten«, nimmt sich Platter vor.

Das Ausrufezeichen setzte eine Frau, doch auch Platters männliche Kollegen vom »K1 Fight Club Nürnberg« hatten Grund zum Jubeln. So behielt Oliver Hahn seinen Europameistertitel, als er nämlich den rumänischen Kontrahenten zur Aufgabe zwang.

Zwar stand sein Weltmeistertitel an diesem Abend nicht auf dem Spiel. Doch dem Prestige von Sachs Lorand aus Regensburg war es sicher nicht zuträglich, dass er dem Albaner Dartan Morina klar unterlag. Guter Sport, professionelle Präsentation: Doch ein Umstand trübte den positiven Gesamteindruck dieser »K1 Fight Night«. Zwischen den Kämpfen gab es teilweise sich wie Kaugummi ziehende Pausen. Dadurch dauerte es bis nach Mitternacht, ehe die Protagonisten des Hauptkampfes den Ring betraten.

Der Nürnberger Kristjan Krstacic ist ein ehemaliger Bayrischer Meister im Amateurboxen, den ein Motorradunfall zwei Jahre lang außer Gefecht setzte. Hier bestritt er sein Profidebüt im Cruisergewicht. Der Kampf fiel unter die Rubrik »kurz, aber schmerzhaft«. Krstacic schickte Gegner Tamas Kantor, laut Veranstalter-Info ein Recke aus zahlreichen Kickbox- und MMA-Fights, nach nicht einmal einer Minute auf den Ringboden. Das schnelle Ende eines langen Abends.

Thomas Susemihl

 

20.7.2010

 

Samstag, 26. Mai 2012

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